Kommandowechsel bei der Zuchler Feuerwehr

Der Feuerwehrrat ab Januar 2026: Lt Daniele Veronica, Oblt Javier Lozano, Hptm Lars Hummel, Major Philippe Weyeneth, Oblt Jens Lochbaum, Oblt Swen Schärlig und Oblt Tristan Ecker (von links). Es fehlt Lt Marin Belakušic.

Per 1. Januar 2026 übergibt Jens Lochbaum nach zehn Jahren das Amt des Feuerwehrkommandanten an Philippe Weyeneth. Dieser war seit fünf Jahren bereits Lochbaums Stellvertreter.

Silvesterabend 2015: Im Hause Lochmatter klirren die Schlüssel, ehe die Korken knallen: Feuerwehrkommandant Benedict Lochmatter übergibt an Jens Lochbaum, der für die folgenden zehn Jahre das Kommando der Feuerwehr Zuchwil tragen wird.
Seit jenem Silvesterabend hat er nicht nur Einsätze, Übungen und Kameradschafts­treffen koordiniert, sondern auch gezeigt, dass Führung vor allem Teamarbeit ist. Auf die Unterstützung seiner Mannschaft, des gesamten Führungsteams und seiner Ehefrau konnte er sich stets verlassen – und doch: die Verantwortung lag auf seinen Schultern.
Per 1. Januar 2026 übergibt Jens Lochbaum nun das Amt des Feuerwehrkommandanten an Philippe Weyeneth. Vorher blickt er zurück auf seine Amtszeit.

Jens Lochbaum gibt das Amt des Feuerwehrkommandanten per Ende 2025 ab.

Wenn du auf deine Zeit als Kommandant zurückblickst – was war dein prägendster Moment?
Jens Lochbaum: Prägende Momente gab es viele. Besonders in Erinnerung bleiben mir anspruchsvolle Einsätze, erfolgreiche Fahrzeugbeschaffungen sowie die stets konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Politik, den Gemeindebehörden und der Solothurnischen Gebäudeversicherung. Jeder dieser Momente hat auf seine Weise dazu beigetragen, die Feuerwehr Zuchwil weiterzuentwickeln und zu stärken.

In deiner Amtszeit hat sich vieles verändert, in Struktur, Ausbildung und Zwischenmenschlichen. Was war für dich die grösste Herausforderung?
Sicherlich die Bewältigung der Pandemiezeit. In dieser Phase mussten wir neue Wege finden, um Ausbildung, Übungen und Einsätze unter ungewohnten Bedingungen sicherzustellen. Gleichzeitig gab es eine zweite, langfristige Aufgabe: den Wiederaufbau des Bestands an aktiven Feuerwehrfrauen und -männern. Als ich vor rund zehn Jahren das Kommando übernommen habe, waren wir personell unterbesetzt. Schritt für Schritt ist es uns gelungen, den Bestand wieder aufzubauen und zu festigen – heute dürfen wir stolz sagen, dass die Feuerwehr Zuchwil personell gut aufgestellt ist. Das Engagement und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft haben dabei eine entscheidende Rolle gespielt und mich in dieser Zeit besonders beeindruckt.

In welchen Momenten dachtest du «Genau deswegen mache ich das»?
Solche Momente gab es viele – vor allem immer dann, wenn ich gespürt habe, dass die ganze Mannschaft hinter der Sache steht. Die volle Unterstützung aller Feuerwehrangehörigen vom ersten Tag an war für mich ein grosses Geschenk. Es war motivierend zu sehen, wie alle gemeinsam daran gearbeitet haben, die Feuerwehr Zuchwil Schritt für Schritt weiterzubringen. Dieses Wir-Gefühl und der Teamgeist waren für mich stets die grösste Bestätigung.
Die Feuerwehr Zuchwil freut sich, Jens Lochbaum ab Januar 2026 weiterhin als Feuerwehroffizier, Einsatzleiter und Ausbildner in ihren Reihen zu wissen. Neu wird er administrative Aufgaben im Bereich Personal und Finanzen übernehmen. Er wird das neue Kommando mit seiner Erfahrung und seinem Wissen unterstützen.

Kurz vor Amtsantritt blickt Philippe Weyeneth in die Zukunft. Was erwartet ihn als Feuerwehrkommandant?

 

Philippe Weyeneth ist ab Anfang 2026 neuer Feuerwehrkommandant von Zuchwil. Bilder: zvg

 

Nach fünf Jahren als Kommandant Stellvertreter, darfst du im Januar 2026 das Wort «Stellvertreter» streichen. Was hat dich, mit Ausnahme des kürzeren Titels, dazu motiviert?
Phiippe Weyeneth: Ich war bereits als Pikettchef im Feuerwehrstab tätig und habe aktiv am Aufbau der heutigen Organisation mitgewirkt. Nun möchte ich meine Erfahrungen sowohl aus meiner beruflichen Laufbahn als auch als Feuerwehrinstruktor der Gebäudeversicherung Solothurn einbringen, um gemeinsam mit meinem Führungsteam die Weiterentwicklung unserer Feuerwehr voranzutreiben.

Wo steht die Feuerwehr Zuchwil in fünf bis zehn Jahren, und mit welchen Herausforderungen rechnest du?
Der ständige Wandel bringt viele Herausforderungen mit sich – um ihnen gerecht zu werden, müssen wir flexibel und anpassungsfähig bleiben. Die Fort- und Weiterbildung zur optimalen Anwendung der sich weiterentwickelnden Technologien ist zur Ausführung unseres Auftrages unerlässlich. Die verstärkte punktuelle Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren wird uns helfen, Ressourcen besser zu bündeln und Synergien zu nutzen. Durch den Austausch von Erfahrungen und Best Practices können wir voneinander lernen und unser Wissen erweitern. Dies wird nicht nur unsere Einsatzfähigkeit stärken, sondern auch die Gemeinschaft der Feuerwehren festigen.
Trotz aller Innovationen und Verbesserungen müssen wir stets den Fokus auf die Sicherheit der Einwohnerinnen und Einwohner von Zuchwil richten. Es ist unsere oberste Priorität, ihre Sicherheit zu gewährleisten und im Ernstfall schnell und effektiv zu handeln.
Gemeinsam können wir die Feuerwehr in Zuchwil zukunftssicher machen und gleichzeitig das Vertrauen der Bevölkerung in unsere Arbeit stärken. Ich freue mich darauf, mit allen Beteiligten an dieser wichtigen Aufgabe zu arbeiten.

Was liegt dir für die Feuerwehr Zuchwil am Herzen?
Die Förderung der Teamentwicklung zur Stärkung des Zusammenhalts und der Zusammenarbeit innerhalb der Mannschaft liegt mir besonders am Herzen. Zudem setze ich mich für die Ausbildung und Weiterbildung der Feuerwehrleute ein, um deren Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern, damit sie im Ernstfall optimal handeln können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Pflege von Beziehungen zur Gemeinde sowie zur Gebäudeversicherung. Dies trägt entscheidend dazu bei, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen und die Unterstützung für unsere Arbeit zu festigen.

Ab Januar wird der Helm von Philippe Weyeneth etwas schwerer – denn mit dem Kommando wachsen auch Verantwortung und Erwartungen.
Gemeinsam mit dem starken Führungsteam an seiner Seite wird er die Feuerwehr Zuchwil weiterentwickeln. Sein Führungsstil und seine Persönlichkeit bleiben unverändert – Engagement und Herzblut werden auch künftig spürbar sein.

Ob an Silvester 2025 erneut ein Schlüssel klimpert, oder wie die Übergabe gestaltet wird, bleibt offen. Eines aber steht fest: Die Verantwortung geht weiter – und mit ihr das Vertrauen, dass die Angehörigen der Feuerwehr Zuchwil auch künftig ihrem ständigen Auftrag folgen: sichern, retten, halten, schützen und bewältigen.
Der Schlüssel hat seinen Platz gefunden. In guten Händen.
Interviews: Barbara Fröhlicher
Mitarbeiterin Verwaltung Feuerwehr Zuchwil

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