Die Koordinationsstelle Alter ist eine neu geschaffene 20-Prozent-Stelle zur Umsetzung des überarbeiteten Altersleitbilds von Zuchwil. Annina Meyer trat die Stelle am 1. April an.
Annina Meyer hat seit Anfang April dieses Jahres die Koordinationsstelle Alter in der Gemeinde Zuchwil inne; ihre Aufgabe ist es, den Massnahmenplan, welcher durch die Arbeitsgruppe Altersleitbild in Zusammenarbeit mit der ProSenecute erarbeitet wurde, umzusetzen. Dazu gehört unter anderem, herauszufinden, welche Dienstleistungen die Zuchler Seniorinnen brauchen oder wünschen, welche bereits funktionieren und wo es hapert. Wo sind Verbesserungen möglich – wie kann die Gemeinde das Leben von Seniorinnen erleichtern? «Das können vergleichsweise einfache Sachen sein. Etwa eine Sitzbank am richtigen Ort, damit sich eine ältere Person auf ihrem Spaziergang ausruhen kann und nicht die ganze Strecke durchmarschieren muss», sagt Annina Meyer.
Die «nette Toilette»
Oder, auch sehr wichtig: Gibt es im Dorf Orte – seien es Restaurants oder Geschäfte – mit (möglichst rollstuhlgängigen) Toiletten, die man einfach aufsuchen kann, wenn man unterwegs dringend «mal muss»? Viele ältere Leute sind auf solche Örtlichkeiten angewiesen, vor allem, wenn sie zu Fuss unterwegs sind. Existieren sie nicht, geht der eine oder die andere vielleicht gar nicht mehr nach draussen, auf einen Spaziergang zum Beispiel. «Deshalb ist es eine meiner Aufgaben, solche ‹netten Toiletten› aufzuspüren oder zu schaffen und sie bekannt zu machen», sagt Annina Meyer.
Die 29-Jährige ist eine waschechte Zuchlerin, wie sie erzählt. In Zuchwil aufgewachsen, hier zur Schule gegangen und auch heute noch in vielen Gremien aktiv. Sie kennt sich also im Dorf aus und ist gut vernetzt. Ihr beruflicher Hintergrund in der Sozialen Arbeit sowie die bisher gesammelte Berufserfahrung sind für die neue Aufgabe ebenfalls gewinnbringend. Momentan hat sie neben der 20-Prozent-Stelle in Zuchwil eine 80-Prozent-Stelle bei der Suchthilfe Ost in Olten inne.
Was brauchen die Leute?
Zurück zu ihrer Aufgabe in Zuchwil: Die Stelle sei noch im Aufbau, erklärt sie. Will sagen: Es gibt noch keinen exakten Aufgabenkatalog – diesen zu erarbeiten, gehört zu ihrem momentanen Auftrag. Dazu versucht sie im Augenblick vor allem herauszufinden, welche Bedürfnisse der älteren Generation bereits gut erfüllt werden, und wo Lücken bestehen. «Da bin ich sehr auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen», betont sie. «Wer einen Wunsch oder eine Idee hat, darf sich gerne bei mir melden.»
Ganz wichtig ist ihr auch, dass sie alle Seniorinnen in Zuchwil erreichen kann, um sie auch über ihre Rechte oder über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Niederschwellige Zugänge sind beispielsweise über die Kirchgemeinden oder die Spitex möglich, ist sie überzeugt. Auch in der Stiftung Blumenfeld sieht sie einen Ort, an dem wichtige Informationen vermittelt werden können. Am schwierigsten sei es wohl, an Menschen heranzukommen, die isoliert sind – die zum Beispiel kaum das Haus verlassen, weder Freunde noch Familienangehörige in der Nähe haben und vielleicht darüber hinaus nicht oder nur schlecht deutsch sprechen. «Das ist eine grosse Hürde; zum Teil ist es extrem schwierig, mit diesen Personen in Kontakt zu treten.» Ihr Arbeitstag bei der Koordinationsstelle Alter ist jeweils der Montag. «Aber ich bin auch an den anderen Wochentagen erreichbar, checke meine Mails regelmässig und melde mich innert nützlicher Frist, wenn Anfragen kommen.».
Unterstützung für Aktive
Eine weitere geplante Massnahme ist es, Seniorinnen, die aktiv in der Gemeinde mithelfen wollen, bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Sei dies nun jemand, der Aufgabenhilfe für Schülerinnen anbieten möchte, oder eine Begleitung für Spaziergänge; auch Fahrdienste für Leute, die nicht mehr gut zu Fuss sind und beispielsweise eine Gemeindeversammlung oder eine andere Veranstaltung besuchen möchten. «Es gäbe sicher viele Möglichkeiten und Ideen; bei der Umsetzung bin ich sehr gerne behilflich.» Auch Veranstaltungen aller Art wären möglich; seien dies Infoanlässe zu bestimmten Themen wie «Ergänzungsleistungen» oder auch gesellige Nachmittage, die vielleicht von den Seniorinnen selber organisiert werden könnten.
«Zuchwil hat bereits viele gute Angebote», ist Annina Meyers vorläufiges Fazit. «An diesen will ich auch nichts ändern; mein Ziel ist es im Gegenteil, diese auch sichtbar zu machen, so dass interessierte Leute sie möglichst einfach finden können. Ich denke da beispielsweise an einen Newsletter, in dem wir jeweils auf Aktuelles aufmerksam machen können.»
Monika Frischknecht
Kontaktmöglichkeiten
Haben Sie ein seniorenspezifisches Anliegen, Fragen zu bestimmten Themen oder eine Idee für Aktivitäten oder Veranstaltungen?
Wenden Sie sich an Annina Meyer: Mail: annina.meyer@zuchwil.ch
oder unter Tel. 032 686 52 32 (Soziale Dienste; bitten Sie um einen Rückruf. Ihre Kontaktdaten werden an Annina Meyer weitergeleitet und sie wird sich baldmöglichst bei Ihnen melden).