Biodiversität in Zuchwil

Mai 2026: Die Bäume bekommen mehr Wurzelraum (Bild links), und es entstehen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere (Bild Mitte). Infotafeln erklären den Nutzen der Veränderungen.

Mehr Natur im Siedlungsraum: Mit dem Projekt «SO!naturnah» erhält Zuchwil Unterstützung bei der ökologischen Aufwertung gemeindeeigener Grünflächen. Die Gemeinde ist 2025 in das Projekt eingestiegen und befindet sich bereits mitten in der Umsetzung erster Massnahmen.

Das Förderprogramm «SO!naturnah» wurde vom kantonalen Amt für Raumplanung (ARP) aufgrund eines politischen Auftrags zur stärkeren Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum ins Leben gerufen. Gemeinden erhalten dabei fachliche und finanzielle Unterstützung, um ihre Grünflächen naturnaher zu gestalten und Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.
Für die Planung und fachliche Begleitung wurde BSB + Partner beauftragt. Gemeinsam mit der Gemeinde, insbesondere dem Werkhof und der Fachverantwortlichen Energie und Umwelt der Abteilung Planung und Bau, wurden geeignete Massnahmen entwickelt. Auch das beauftragte Gartenbauunternehmen wurde von Anfang an einbezogen, damit die geplanten Lösungen im Alltag gut umsetzbar sind.

80 Flächen erfasst
Zu Beginn des Projekts wurden bei gemeinsamen Rundgängen verschiedene Grünflächen in Zuchwil angeschaut und erste Ideen gesammelt. Rund 80 Flächen und Bereiche wurden erfasst und bewertet. Dabei wurden der heutige Zustand, die bestehende Pflege sowie mögliche Verbesserungen festgehalten.
Die Flächen wurden anschliessend nach ihrer Bedeutung und ihrem Aufwertungspotenzial priorisiert. Für besonders geeignete Standorte entstanden konkrete Vorschläge, wie diese naturnaher gestaltet werden können.
Nach der Eingabe des Projekts und der Freigabe durch das ARP im Spätherbst 2025 laufen nun die ersten Umsetzungsschritte. Alle Beteiligten arbeiten dabei nach den Vorgaben von «SO!naturnah» zusammen.

Neue Grünflächen
Im Zelgliareal an der Dammstrasse wurden beispielsweise die Betonumrandungen unter den Bäumen entfernt. Die neu entstandenen Grünflächen werden mit einheimischen Stauden bepflanzt. Am Emmenweg wird eine bestehende Grünfläche in eine Blumenwiese umgewandelt und mit Strauchgruppen aus einheimischen Arten ergänzt.
Auch rund um das Dienstleistungszentrum entstehen neue naturnahe Bereiche: Rabatten werden mit einheimischen Stauden aufgewertet, einzelne Flächen und der zentrale Kreisel mit Blumenwiesenmischungen angesät. Beim Pisoni-Schulhaus wird zudem das Projekt «Gärten für Kinder» gestartet. Es entsteht ein naturnaher Aussenschulraum, der ab Herbst 2026 im Sinne von «SO!naturnah» gestaltet werden soll. Informationstafeln erklären an ausgewählten Standorten, welche Veränderungen vorgenommen wurden und welchen Nutzen sie für die Natur haben.

Angepasste Pflege
Nicht nur die Gestaltung der Flächen verändert sich – auch die Pflege wird angepasst. Wo möglich, kommen beispielsweise Balkenmäher zum Einsatz, Schnittintervalle werden verlängert und beim Mähen von Wiesen bleiben Rückzugsstreifen für Tiere stehen. Selbst kleine Flächen können einen Beitrag leisten: Mit einfachen Massnahmen wie Totholzstrukturen entstehen zusätzliche Lebensräume.
In den kommenden Jahren sollen weitere Flächen in Zuchwil aufgewertet werden. Die grundsätzliche Richtung und die Prioritäten sind bereits festgelegt. Die konkreten Massnahmen werden jeweils passend zur jeweiligen Fläche vor der Umsetzung geplant.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Durch den frühzeitigen Einbezug des Werkhofs und des Gartenbauunternehmens konnten praxisnahe und gut umsetzbare Lösungen entwickelt werden. Diese gemeinsame Arbeit schafft eine wertvolle Grundlage dafür, dass Zuchwil langfristig noch naturnaher und lebenswerter wird.
Juliette Vogel Schmid
Fachverantwortliche Energie und Umwelt

Den Beitrag teilen