Seit dem Frühling hat Zuchwil ein indisches Restaurant: das Kahaani mit authentischer indischer Küche, wie das Betreiber-Ehepaar betont. Die Menü-Auswahl ist gross – wer gerne Fleisch isst, kommt genauso auf seine Kosten wie Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren.
«Wir sind glücklich, dass wir hier die Chance erhalten haben, die echte indische Küche nach Zuchwil zu bringen», sind sich Simerprit Kaur Cheema und Jasjiwan Singh Cheema einig. Irgendwann in den letzten Jahren sei in ihnen der Wunsch erwacht, sich selbstständig zu machen und in der Region ein indisches Restaurant zu eröffnen. «Dass sich diese Möglichkeit hier im Zentrum von Zuchwil ergab, war einfach perfekt», sagt Simerprit Kaur Cheema. «Wir fanden, dass Solothurn – oder eben Zuchwil – ein gutes indisches Restaurant braucht.»
Die 32-Jährige ist in Zuchwil aufgewachsen, hat hier die Schulen besucht und kennt das Dorf somit sehr gut. «Ich bin hier zu Hause», sagt sie. Ihr Ehemann, Jasjiwan Singh Cheema (33), wuchs im Punjab in Indien auf und kam 2017 in die Schweiz – ihretwegen, wie sie schmunzelnd erklärt. «Jasjiwans Onkel wohnt ebenfalls in der Schweiz, und wir lernten uns kennen, als er 2014 bei ihm zu Besuch war.» 2017 heirateten sie und er zog ebenfalls nach Zuchwil.
Authentische Küche
Ihre beruflichen Erfahrungen sammelten beide zunächst in anderen Bereichen: Simerprit erlernte den Beruf der Drogistin und arbeitet bei der VEBO als stellvertretende Leiterin der Abteilung Medikamentenverpackungen. Jasjiwan arbeitete nach seiner Ankunft in der Schweiz zuerst bei der Post und später bei Synthes in Selzach.
Mit dem Kahaani wagten sie gemeinsam den Schritt in die Gastronomie. «Es war ein Risiko», sind sich die beiden bewusst. «Aber es hat sich gelohnt. Heute sind wir glücklich, dass wir es gewagt haben.»
Besonders wichtig ist ihnen die Authentizität der Küche: «Wir wollen die ‹richtige› indische Küche anbieten. Das heisst beispielsweise auch, dass wir mit einem Tandoor kochen, einem typisch indischen Ofen.» In der Schweiz würden viele indische Restaurants ihre Speisen mit dem Steamer zubereiten. «Das merkt man. Der Geschmack eines Fladenbrots oder von Fleisch aus dem Tandoor ist völlig anders, als wenn es auf einem herkömmlichen Herd zubereitet wird.»
Der Start Ende Februar sei phänomenal gewesen, erinnern sich die beiden. Das neue Angebot in Zuchwil zog viele Leute an, und die Reaktionen seien fast durchwegs positiv gewesen. «Natürlich gab es auch Kritik und Verbesserungsvorschläge», erinnert sich Jasjiwan Singh Cheema. «Dafür waren wir sehr dankbar – und sind es auch heute noch. Nur wenn wir wissen, was den Leuten weniger gefällt, können wir es künftig besser machen.»
Modernes Interieur
Auch das Innere des Restaurants hat sich mit der Übernahme durch die beiden stark verändert: Von der ehemaligen Pizzeria ist nichts mehr erkennbar. Heute betritt man ein modern eingerichtetes Restaurant mit dezenten indischen Dekorationselementen. Auch hier unterscheidet sich das Kahaani von anderen indischen Lokalen in der Schweiz: Viele seien «überdekoriert», und oft würden die Farben Rot und Gold vorherrschen. Das Ehepaar Cheema entschied sich hingegen für dezente Blau- und Beigetöne. Dazu kommt etwas Roségold – «das gibt Wärme».
Alles frisch zubereitet
Die Speisen im Kahaani werden frisch zubereitet. Dadurch kann das Team prolemlos auf spezielle Bedürfnisse eingehen, etwa wenn jemand vegan oder glutenfrei essen möchte. Auch bei der Schärfe richten sie sich nach den Gästen: «Viele Leute fürchten, dass indisches Essen zu scharf ist. Wir fragen jeden Gast, was er bevorzugt, und bieten die Gerichte mild, medium oder scharf an.»
Am Mittag gibt es ein Buffet mit verschiedenen Gerichten. Die Gäste können vor Ort essen oder ihre Auswahl als Take-away mitnehmen. Auch am Donnerstagabend wird ein Buffet angeboten, das Gelegenheit bietet, unterschiedliche Gerichte der indischen Küche zu probieren.»
Monika Frischknecht
Kahaani Indian Cuisine, Schulhausstrasse 2, Zuchwil
web: kahaani.ch
Der Tandoor-Herd ist für die authentische
indische Küche unabdingbar.