Wenns ums Wasser geht, ist er zur Stelle

Werkhof-Mitarbeiter Patrick ­Tschumi ist dafür verantwortlich, dass die Wasserversorgung in Zuchwil reibungslos klappt. Etwa, indem er regelmässig Hydranten und Schieber kontrolliert. Oder Lecks in Wasserleitungen aufspürt.

Das Geräusch im Keller des Einfamilienhauses verhiess nichts Gutes. Es klang, als würde gleich hinter der Aussenwand des Hauses ein Bach vorbeifliessen.

Ein Anruf, und noch am selben Abend war, ungeachtet der vorgerückten Stunde, Patrick Tschumi vor Ort, um die Lage zu beurteilen. Ein Wasserleitungsbruch – das war sofort klar. Nur: Wo genau war der Schaden? «Das ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen», erklärt der 47-jährige Werkhof-Mitarbeiter später. «Das Leck kann sich mehrere Meter entfernt irgendwo im Boden befinden.»

Als Sofortmassnahme drosselte Patrick Tschumi an diesem Abend beim nächststehenden Hauptschieber die Wasserzufuhr, so dass die umliegenden Häuser zwar noch Wasser hatten, der Schaden aber möglichst nicht grösser wurde.

Tags darauf war er frühmorgens wieder zur Stelle, um gemeinsam mit Jonathan Ringger von der Firma Tschui Genaueres herauszufinden. Mit einem Ultraschall-Messgerät versuchten sie, den Bereich, wo das Wasser austritt, genauer zu lokalisieren. Bald war klar: Hier musste gegraben werden; zunächst im Bereich der drei nächstliegenden Schieber. Über weitere Schritte würde man später entscheiden.

Ist der Boden mal offen, lässt sich ein Leck mit Spezialgeräten recht genau orten. Je nach Grösse des Schadens reicht es dann, eine Schelle ums Rohr zu legen, oder man muss ein ganzes Rohrstück ersetzen.

Gegen 300 Hydranten

Patrick Tschumi arbeitet seit bald 25 Jahren im Werkhof Zuchwil und ist als gelernter Sanitär-Installateur für vieles zuständig, was mit der Wasserversorgung zu tun hat. So ist er auch Mitglied im fünfköpfigen Pikett-Team der Gemeinde und muss bei Notfällen wie einem Wasserrohrbruch, einem Stromausfall oder einem Verkehrsunfall zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrücken.

Aber auch wenn kein Notfall ansteht, gibt es einiges zu tun. Zum Beispiel müssen die Hydranten in Schuss gehalten werden. Geht einer kaputt, steht im Lager im alten Staatswerkhof eine ganze Reihe revidierter Exemplare parat, so dass immer Ersatz zur Stelle ist. «Sie zu revidieren, ist eine gute Arbeit für den Winter», sagt Patrick Tschumi. Dann nimmt er sie auseinander und flickt sie, die Hüllen werden sandgestrahlt, neu gespritzt und mit dem Zuchler Wäppli verziert. «Das habe ich vor 25 Jahren, als ich im Werkhof anfing, angeregt», verrät Tschumi mit einem Lächeln.

Zweimal jährlich kontrolliert Patrick Tschumi sämtliche Hydranten auf dem Gemeindegebiet – über 290 Stück. Im Spätsommer wird jeder einzelne getestet – funktioniert alles? Hat sich vielleicht ein Wespen- oder Ameisennest einquartiert oder hat sich jemand im jugendlichen Leichtsinn einen Scherz erlaubt und beispielsweise die Kappen bei den Ausgängen mit Steinen gefüllt? Das sei alles schon vorgekommen, weiss Tschumi.

Vier Modelle sind momentan in Zuchwil im Einsatz. Die älteren haben zwei Ausgänge fürs Wasser, die modernsten nur noch einen. Letztere seien viel einfacher und damit auch schneller zu bedienen. Bei einem Brand ist dies sicher ein gewichtiger Vorteil. Als Feuerwehrmann kann Patrick Tschumi dies bestätigen: «Wir haben zwar immer einen mit Wasser gefüllten Tank dabei, aber dies reicht nicht weit, wenn es einen Brand zu löschen gilt. Nach drei, vier Minuten ist der Tank leer, und dann sind wir auf Wasser aus den Hydranten angewiesen.» Und: Weil es manchmal eben schnell gehen muss, ist das Netz der Hydranten sehr dicht, steht buchstäblich an jeder Ecke einer.

Rund drei bis sechs Wochen ist Patrick Tschumi jeweils mit den Hydranten beschäftigt – je nach dem, wie viele er flicken oder austauschen muss. Vor Winterbeginn geht es dann vor allem darum, zu prüfen, ob alle leer sind. Manchmal kommt es vor, dass sich ein Hydrant mit Wasser füllt. Wenn es im Winter richtig kalt wird, kann dieses Wasser gefrieren und die gusseiserne Hülle spalten.

Eine Halle voller Schläuche

In einer Halle im alten Staatswerkhof sind etliche Anhänger mit dicken Schläuchen gelagert. Diese werden gebraucht, wenn in einem Quartier eine Notversorgung mit Wasser aufgebaut werden muss. Etwa, wenn bei wegen grossen Wasserrohrbruch die Wasserzufuhr abgestellt ist. «Dann müssen wir bei einem Hydranten ein Provisorium einrichten und von da aus zu jedem betroffenen Haus einen Schlauch ziehen. Das braucht sehr schnell sehr viele Meter.»

Wichtig sei es dann auch, die Schläuche nach jedem Gebrauch inwendig gründlich zu trocknen – schliesslich werden sie für Trinkwasser gebraucht, und wenn man sie feucht lagern würde, wäre sie rasch verschimmelt und unbrauchbar. Getrocknet werden sie, indem man sie auslegt und mehrere Stunden lang Luft durch sie hindurchbläst.

Ein Schieber bei jedem Hydranten

Auch die Wartung der Schieber ist eine Aufgabe von Patrick Tschumi. Diese befinden sich unter den kleinen Kappen aus Eisen (oder neuerdings auch aus Kunstsoff), die man überall vor den Hydranten findet. Mit ein paar Umdrehungen mit einem Schieberschlüssel prüft er bei jedem Schieber, ausser bei den Hausschiebern, ob er sich noch schliessen lässt. Das ist eigentlich rasch gemacht, aber wenn man bedenkt, dass zu jedem einzelnen Hydranten ein solcher Schieber gehört, kann man sich vorstellen, dass die Arbeit einige Zeit in Anspruch nimmt. Darüber hinaus gibt es noch die grösseren Schieber, mir denen man ganze Strassen­abschnitte «abstellen» kann.

Um Wasserleitungsbrüche wie am Anfang dieser Geschichte möglichst früh zu erkennen, sind übrigens neuerdings einzelne Schieber mit Sensoren ausgerüstet, die mittels Ultraschall verdächtige Geräusche oder Vibrationen im Netz aufspüren und Alarm schlagen. Monika Frischknecht

Notfalltelefon bei Wasserleitungsbrüchen: 079 750 75 42

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