«Ich bin dankbar, dass ich so ein gutes Team habe»

Im ersten Stock des Werkhofgebäudes befindet sich das Büro von Swen Schärlig. Bilder fri

Als Leiter des Werkhofs ­Zuchwil hat Swen Schärlig eine Menge ­Büroarbeit zu erledigen. ­Daneben ist es ihm aber wichtig, ­seine ­Kollegen auch in der täglichen ­Arbeit draussen zu unterstützen.

Es ist Vormittag, kurz nach neun. Im Parterre des Werkhofgebäudes am Asylweg 8, einem ehemaligen Bauernhof, sitzen acht Männer um einen grossen Tisch – die Mitarbeiter des Zuchler Werkhofs. Sie treffen sich jeden Vormittag hier. Essen zusammen Znüni, plaudern, besprechen, was gerade ansteht, obs Probleme gibt und so weiter.
«Ich schätze diese tägliche Znünipause mit meinem Team sehr», sagt Swen Schärlig. «Wenn wir jeden Tag in einer so entspannten Runde zusammenkommen, merke ich sofort, wenn einer etwas auf dem Herzen hat. Ich kann rasch reagieren, und es staut sich kaum etwas an.» Vielleicht ist das mit ein Grund, dass im Werkhofteam immer eine gute Stimmung herrscht. Als Besucherin spürt man es sofort – die Männer haben einen guten Draht zueinander, die Stimmung ist entspannt.

Im Oktober 2022 ist Swen Schärlig als Werkmeister zum Team gestossen, nachdem sein Vorgänger Beat Rusterholz pensioniert worden war. Für ihn findet Swen Schärlig nur lobende Worte: «Ich konnte ein super funktionierendes Team übernehmen – das war klar der Verdienst von Beat Rusterholz.»
Das Wissen, dass es im Werkhofteam so gut lief, gab denn auch den Ausschlag zum Entscheid, sich für den Posten zu bewerben. Swen Schärlig war seit 2016 Hauswart im Pisoni-Schulhaus, wo es ihm sehr gefiel, wie er betont. «Vor allem das Umfeld mit den Kindern war super, und ich habe sie am Anfang auch vermisst. Aber als Schulhaus­abwart war ich halt ein Einzelkämpfer. Die Arbeit im Team fehlte mir.» So ist er jetzt umso glücklicher, dass hier im Werkhof alles stimmt.

Lange Liste von Arbeiten
Was sind nun die Aufgaben eines Werkmeisters? «Viel Administratives», sagt der 45-Jährige. Er muss den Überblick über die anstehenden Arbeiten behalten; diese variieren je nach Jahreszeit. Übers Jahr kommt neben den Notfällen – etwa Wasserrohrbrüchen – und den täglichen Routinearbeiten wie Grünpflege, Strassen wischen und Kehrichtkübel leeren eine lange Liste von Arbeiten zusammen, um die sich die Leute vom Werkhof kümmern. Geräte und Maschinen warten und reparieren, Ruhebänke flicken und erneuern, Signalisationen reinigen, Abwasserschächte putzen und vieles mehr. Damit nichts vergessen wird, erstellt Swen Schärlig Listen für alles. Und: «Jeder Mitarbeiter hat ein Aufgabengebiet unter sich und trägt die Verantwortung dafür. Wie und wann er die ihm anvertrauten Arbeiten erledigt, entscheidet er selber. Ich mische mich da nicht ein.»

Für alles gibt es einen Plan. Hier der Abwasserplan.

 

Relativ zeitintensiv ist auch das Erstellen von Pikett-, Arbeits- und Ferienplänen. Er achtet immer darauf, dass seine Leute genügend Abwechslung im Alltag haben. «Es ist sicher für alle spannend, nicht nur im eigenen Spezialgebiet tätig zu sein. Wenn ‹alle alles› machen, wird es keinem langweilig». Und: Gerade in der «wüchsigen» Jahreszeit, wenn das Grün überall wuchert, kommt es schon mal vor, dass es alle braucht, um der überbordenden Kraft der Natur Herr zu werden.

Zeitraubend ist auch das Beantworten von Mails. «Ich versuche stets, Anfragen oder Reklamationen möglichst zeitnah zu beantworten. Aber ich schaffe es nicht immer.» Seit die neue Website der Gemeinde Zuchwil aufgeschaltet wurde, würden sich deutlich mehr Leute mit ihren Anliegen melden. «Mit dem vorgefertigten Formular ist es einfacher geworden.» Er schätze die Meldungen sehr, die ihn etwa darauf aufmerksam machen, dass irgendwo die Strassenbeleuchtung ausgefallen ist oder ein Loch im Strassenbelag entstanden ist.
Daneben muss täglich ein Rapport erstellt werden. Und zusammen mit dem Leiter Tiefbau erstellt er einen Mehrjahresplan für längerfristige Arbeiten. Momentan hat Swen Schärlig wegen Vakanzen in der Abteilung Tiefbau zudem noch weitere Arbeiten übernommen.

Der «heilige» Freitag
Trotz der vielen administrativen Arbeit legt Swen Schärlig Wert darauf, hauptsächlich draussen zu arbeiten – sein Ziel wäre es, die Büroarbeit auf rund 40 Prozent zu beschränen. «Es ist mir wichtig, mit meinen Leuten unterwegs zu sein und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen.»

Als gelernter Strassenbauer arbeite er natürlich am liebsten im Strassenunterhalt. «Im Herzen bin ich Strassenbauer geblieben.» Und: «Der Freitag ist mir heilig. Da will ich – wenn ich keine anderen Verpflichtungen habe – immer mit auf die ‹Küdertour›, jeden Freitag mit einem anderen Kollegen. Bei dieser Tour wechseln sich alle ab, und so bin ich mit jedem regelmässig unterwegs. Wenn man da einen ganzen Tag zusammen ist, können auch Themen zur Sprache kommen, für die sonst im Alltag die Zeit fehlt. Diese Gespräche sind mir enorm wichtig.»
Monika Frischknecht

 

Swen Schärlig mit seinem Stellvertreter Hanspeter Sury in der Werkstatt.
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